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Wie Bestattungen bei Hitze ablaufen

Autor Claudia Kostner

Trauerfeiern bei Temperaturen von 35 Grad und mehr sind für alle Beteiligten eine Belastung. Die Bestattungsunternehmen reagieren flexibel und sorgen unter anderem mit Kreislauftropfen vor.  Foto: Magnus Binnerstam / www.stock.adobe.com

Die derzeitige Hitzewelle ist auch für Bestatter in der Region Heilbronn ein Thema. „Wenn ein Toter gleich gefunden wird, ist das kein Problem“, sagt Uwe Knapp von Knapp Bestattungen in Heilbronn. Der Verstorbene werde dann schnell versorgt und in die Kühlung gebracht. Jüngst hatte er einen Fall, bei dem jemand tagelang tot in der Wohnung lag: „Da sind natürlich Veränderungen da.“ 

Wer am offenen Sarg Abschied nehmen will, dem wird das auch im Hochsommer ermöglicht, obwohl der Tote dann aus dem Kühlhaus geholt werden muss: „Dafür gibt es zusätzliche Präparationsmittel“, erläutert Uwe Knapp. Nicht umsetzbar sei dagegen der Wunsch von Angehörigen, ihre Verstorbenen länger bei sich daheim zu behalten. „Egal, wie groß die Trauer ist, finde ich es schön, dass sich die Familien da von uns beraten lassen“, berichtet Uwe Knapp.

"Die Leute haben gelernt, bleiben zu Hause und trinken viel"

Bis zu 36 Stunden dürfen Tote laut Gesetz zu Hause bleiben. „Wenn der Wunsch groß ist, helfen wir mit einer Kühlmatte aus und geben weitere Tipps“, erzählt Martina Feuchter, Geschäftsführerin von Bestattungen Dorn in Öhringen. Bei fast 40 Grad sei es aber unglaublich schwierig. „Und nicht immer erfahren wir es rechtzeitig.“

Uwe Knapp hatte während der jüngsten Hitzewelle relativ wenig zu tun. „Die älteren Leute haben gelernt, bleiben zu Hause und trinken viel“, meint der Bestatter. In der Woche danach habe es in seinem Institut jedoch „unglaublich viele Trauerfälle“ gegeben, so Knapp. Thilo Klar dagegen hatte direkt während der Extremwetterphase besonders viel Arbeit: „Da hat es glockenhelle Schläge gelassen. 18 Sterbefälle in einer Nacht in der SLK-Klinik am Gesundbrunnen – das hat es noch nie gegeben“, sagt der Chef von Klar Bestattungen in Leingarten. Einen kausalen Zusammenhang mit dem Wetter könne man jedoch nicht herstellen.

Bestatter arbeiten antizyklisch – Trauergespräche bereits am frühen Morgen

Nicht nur an die Verstorbenen denken die Bestatter. Auch bei der Gestaltung von Trauerfeiern muss einiges berücksichtigt werden. „Wir versuchen, antizyklisch zu arbeiten, zum Beispiel Trauergespräche möglichst morgens zu führen“, berichtet Thilo Klar. Beerdigungen würden auf den Vormittag gelegt. „Auf dem Land gibt es in der Regel eine am Tag, da ist das einfacher als in der Stadt“, weiß Klar.

Wenn möglich flexibel handhabt das auch Martina Feuchter. Eine Beerdigung habe sie neulich kurzfristig vom Friedhof in eine Kapelle verlegt. Am erträglichsten sei es in den Ruheforsten. „In den Wäldern ist es natürlich kühler. Das ist für unsere Mitarbeiter zurzeit der angenehmste Arbeitsplatz“, sagt die Bestattermeisterin aus Hohenlohe. 

Was Bestatter gegen die Hitze tun können

Für alle Fälle hat Thilo Klar „eine Kühltasche mit Wasser dabei, außerdem Würfelzucker und Kreislauftropfen“, so der Leingartener. Bei Bestattungen Dorn gehöre das „das ganze Jahr über zur Standardausrüstung“, erklärt Martina Feuchter. Bei Hitze verteilt sie Regenschirme als Sonnenschutz. 

Ihrem Team, das die Gräber – egal bei welchem Wetter – öffnen und schließen, stundenlang die Beerdigung begleiten müsse, stellt Martina Feuchter „literweise Wasser“ zur Verfügung. Uwe Knapp und seine Mitarbeiter verzichten bei extremer Hitze schon mal auf das Jackett – „wenn die Angehörigen einverstanden sind“.

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