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Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung


Vorsorgevollmacht kann Patientenverfügung ergänzen

Von Tim Vogel, dpa
 

Vor einer riskanten Operation ist es für Patienten wichtig, die eigenen Vorsorgeunterlagen zu prüfen: Sie können einen rechtlichen Vertreter bevollmächtigen und in einer Patientenverfügung festhalten, welche medizinischen Maßnahmen im Notfall getroffen werden sollen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, diese regelmäßig zu prüfen und wenn nötig zu aktualisieren. Am besten unterschreiben Betroffene dann erneut und notieren das Datum.
Außerdem wichtig: Ärzte oder Angehörige sollten wissen, dass es eine Patientenverfügung gibt. Patienten geben sie deshalb am besten im Krankenhaus oder im Pflegeheim ab, so der Rat der Verbraucherschützer. Im Ernstfall sollten die Unterlagen griffbereit sein.
Ein Hinweis auf die Existenz der Verfügung kann auch ein entsprechender Vermerk in der Krankenakte sein, erklärt die Verbraucherzentrale. Ärzte können zudem beraten, wenn es darum geht, die Verfügung zu erstellen. Sie können beispielsweise erklären, was lebensverlängernde Maßnahmen sind und welche Folgen bestimmte Behandlungen haben können.


Vorsorgevollmacht

Dennoch kann der Fall eintreten, dass der Patient nicht mehr ansprechbar ist und die Patientenverfügung nicht anwendbar ist – etwa weil ein bestimmter Fall darin nicht vorgesehen ist. Dann kann ein weiteres Vorsorgedokument helfen: Mit einer Vorsorgevollmacht kann eine vertraute Person damit beauftragt werden, Entscheidungen zu treffen. Dazu kann auch die Einwilligung in eine bestimmte Behandlung gehören.
Beim Ausfüllen einer Patientenverfügung sollten Patienten außerdem beachten, dass ihre Angaben Organ- und Gewebespenden verhindern können – obwohl die Verfasser das eigentlich nicht wollen. Darauf weist die Gesellschaft für Transplantationsmedizin Mecklenburg-Vorpommern (GTM-V) hin. „Eine Konkretisierung der Begriffe in Patientenverfügungen ist zwingend notwendig“, sagt-Geschäftsführer Axel Manecke. Zusammen mit der Notarkammer Mecklenburg-Vorpommern hat die GTM-V ein Infoblatt erarbeitet, darin finden sich auch passende Formulierungsvorschläge. Auch das Bundesjustizministerium und die Deutsche Stiftung Organspende (DSO) bieten entsprechende Informationen an.

Wie groß das Problem ist, zeigt eine Studie von 2017: In jedem zehnten untersuchten Fall verhinderten Formulierungen in den Verfügungen demnach eine für die Organspende notwendige Hirntoddiagnostik. Um diese durchzuführen, müsse der Patient auf der Intensivstation beatmet und stabilisiert werden, erklärt Bernhard Banas von der Deutschen Gesellschaft für Transplantationsmedizin, . „Da passen die meisten Patientenverfügungen nicht, weil viele beim Ausfüllen der Verfügung nicht an die Organspende denken.“ Eine Gewebespende ist nicht nur bei einem Hirntod mit funktionierendem Kreislauf, sondern auch noch mehrere Stunden nach dem Ende der Herz-Kreislauf-Funktion möglich.


Formulare und Infos im Netz

Vorschläge für Patientenverfügungen gibt es z. B. auf den Seiten www.dso.dewww.bmjv.dewww.gtm-v.dewww.patientenverfuegung.digital

Autor: Tim Vogel