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Tipps zur Grabbepflanzung



Eine Grabstelle bleibt oft viele Jahrzehnte in Familienbesitz. Der Grundstein für ihr Aussehen wird aber schon bald nach der Beerdigung gelegt.

Nichts  Überstürzen 
Urnengräber kann man sofort bepflanzen. Bei Sarg-Bestattungen muss sich erst noch die Erde setzen. Daher empfiehlt Anja Qayyum-Kocks, sechs Wochen zu warten. „Wenn die Kränze und Blumen verwelkt sind, ebnen wir das Grab erst mal ein und geben Pinien-Dekorrinde darauf“, erklärt die stellvertretende Vorsitzende des Bunds Deutscher Friedhofsgärtner. Der Mulch sieht besser aus als die bloße Erde, alternativ nimmt man schwarze Graberde. „Und dann braucht es einen Starkregen.“ Allerdings rät die Expertin, das Grab auch danach noch nicht final anzupflanzen. Alles, was dauerhaft sein soll, müsse zum Grabstein passen. „Und der kommt erst um einiges später auf das Grab.“ Dann lässt sich die Blattfarbe der Rahmenbepflanzung oder Bodendecker gut mit der Steinfarbe abstimmen.

Grundsätzliches 
Angehörige müssen in die Friedhofsordnung oder -satzung schauen. Darin kann auch stehen, nach welcher Zeit das Grab bepflanzt sein muss. „Das ist tatsächlich von Friedhof zu Friedhof unterschiedlich“, sagt Qayyum-Kocks. Außerdem kann die Art der Bepflanzung vorgegeben sein. Ist der Boden sehr sandig, muss er mit Blumenerde angereichert werden, die das Wasser besser hält. Lehmboden hingegen sollte mit Sand oder Splitt versetzt werden, damit er besser Wasser hindurchlässt. Eine klassische Aufteilung eines zweistelligen Wahlgrabs besteht aus 60 Prozent Bodendecker, 25 Prozent Rahmenbepflanzung und 15 Prozent Wechselbepflanzung, erklären die Experten der Verbraucherinitiative Aeternitas. In einem Reihengrab sollte der Anteil der Wechselbepflanzung mehr als ein Drittel betragen, die Rahmenpflanzen kommen hier auf einen Anteil von 15 Prozent und die Bodendecker auf 50 Prozent. Die Wechselbepflanzung sorgt je nach Jahreszeit für Blüten oder besondere Akzente. Bodendecker sind eine immergrüne Decke, bringen Ruhe in das Arrangement und bieten Platz für Gestecke und Blumenschmuck. Die beschriebene Aufteilung nennt Qayyum-Kocks den „Klassiker der Grabbepflanzung“.

Geeignete  Pflanzen 
Hier gilt es, neben der Zusammensetzung des Bodens auch auf Sonnen- und Schattenverhältnisse zu achten. Den Rahmen machen meist Nadelgehölze, Stauden und eher selten Laubgehölze aus. Hier rät die Nordwestdeutsche Treuhandstelle für Dauergrabpflege zu langsam wachsenden Gehölzen. Bodendecker sollten immergrüne Pflanzen sein: Efeu, Kriechspindel und Zwergmispel, aber auch Stauden wie das Stachelnüsschen und die Golderdbeere eignen sich. Sie brauchen rund ein Jahr, um die Fläche auszufüllen.

Autor: Simone Andrea Mayer, dpa