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Die Ruhezeit eines Grabes

Viele möchten ein Grab über viele Jahre hinweg

lps/Mo. Manchmal genügt ein schönes Kreuz. Foto: Gütegemeinschaft Kerzen

lps/Mo. Nach der Beerdigung muss ein Verstorbener eine vorgeschriebene Zeit in seinem Grab verbleiben, bevor es weiter gegeben werden darf. Diese Periode trägt auch die Bezeichnung Ruhezeit. Das trifft sowohl für die Sarg- als auch für die Urnenbestattung zu, wobei sich aber die Liegezeiten unterscheiden.

Wie lange ein Leichnam ruhen darf, hängt beispielsweise von der Dauer der Zersetzung eines Verstorbenen ab. Weiterhin richtet sie sich nach der Bodenbeschaffenheit des Friedhofes. Unter Umständen kann die Zeit etwas kürzer ausfällen, wenn der Boden besonders sauer ist. Normalerweise beträgt die Liegezeit für ein Erdwahlgrab zwischen zwanzig und dreißig Jahren.

Andere Regeln gelten für verstorbene Säuglinge und Kinder, wobei oft zehn bis zwanzig Jahre üblich sind. Handelt es sich um eine Urnenbestattung, sind meistens zehn bis fünfundzwanzig Jahre gesetzlich bestimmt. Anders verhält es sich bei einer Baumbestattung, bei der eine Ruhezeit von 99 Jahren vorliegen kann.

Bei einer See- oder Luftbestattung entfällt allerdings diese Zeit, weil eine offizielle Grabstelle nicht vorhanden ist. Hat eine Beisetzung in einer Gruft stattgefunden, dauert die Ruhezeit in der Regel sehr lange. Es besteht sogar die Möglichkeit, während dieser Zeit einen Toten noch einmal umzubetten. Dafür ist eine amtliche Genehmigung notwendig und die Gründe werden sorgfältig überprüft. Dies passiert beispielsweise, wenn die ganze Familie den Ort, an dem der Tote ruht, verlässt. Manchmal muss eine Grabstelle auch aufgelöst werden, weil sich die Bodenbeschaffenheit verändert hat.